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Sail & Fly 2026

Dieses Jahr war es wieder soweit eine größere Segeltour zu planen. Ziel war die Ostsee rund um Fyn. Die Route führt vom Lauwersmeer über die Watteninseln und den Nordostseekanal. Der Schirm sollte mit, die Hinfahrt gestaltete ich mit meiner Freundin und auf der Rückfahrt sollte ich alleine sein und Zeit haben gezielt Soaringküsten anzusteuern.

Die Kombination von Segeln und Fliegen ist nicht ganz problemlos. Die Gemeinsamkeiten sind für mich das sich tragen lassen allein von den Kräften der Natur und die Landschaften aus einer anderen Perspektive zu erleben. Ich merke, dass das die Momente sind, die mich befriedigen. So war es manchmal so, dass ich nach einem tollen Segeln gar nicht mehr so viel Lust hatte zum Fliegen, was ich sonst eigentlich immer habe. Mein Naturerlebnis war endlich mal gesättigt.

Gutes Flugwetter ist meist auch gutes Segelwetter. Es gab Situationen, wo ich mich entscheiden konnte, was ich lieber machen wollte - Ein absolutes Luxusproblem.  Die Probleme waren, dass ich nicht einfach schnell in ein anderes Fluggebiet fahren konnte. Ich hatte als Fortbewegng an Land nur einen Tretroller, um ein paar Kilometer zu überwinden. Und die Gegebenheit, dass man zum Fliegen auflandigen Wind, zum Ankern lieber adlandigen Wind braucht, da man sonst in der Brandung liegt und möglicherweise nicht an Land kommt.

Also hielt ich Ausschau nach Stellen, wo es ging, in der Nähe einen Liegeplatz zu finden und das funktionierte ganz gut. Auf den Nordseeinseln liegt der Hafen auf der Wattseite. Zum Stand kann man meist laufen, also praktisch. Die erste Möglichkeit bot sich auf Spiekeroog. Hier gibt es im NW eine geschützte Lagune in die man bei Hochwasser einlaufen kann mit einem flachgehenden Boot. Unser Katamaran hat nur 30cm Tiefgang und eignet sich hervorragend zum Segeln im Wattenmeer. In der Lagune konnten wir trockenfallen quasi direkt am Landeplatz. Auf dieser Seite der Insel ist am Stand auch nicht viel los also machte ich mir keine Sorgen dass sich vielleicht jemand aufregen könnte. Denn in Deutschland ist das Soaren auf den Watteninseln offiziel nicht erlaubt.

Von Kiel aus ging es Richtung Dänemark. An der Küste hoch bei Als gibt es ein paar Spots zum Soaren, da passte der Wind nicht. Ich nahm Samsø als Ziel. Dort gibt es Startplätze für viele Windrichtungen. Vom Hafen Marup aus sind Startplätze bei S und W zu Fuß zu erreichen. Dort ist es traumhaft schön. Oben gibt es Weiden, die an Almen erinnern, am Strand gibt es Geröll. Man fühlt sich fast wie in den Bergen. Die Landung unten an der Steiküste ist nich ganz einfach. Man muss draussen auf dem Meer Höhe abbauen, unten trägt es dann nicht mehr, dort ist fast kein Wind. Und so muss man mit hoher Geschwindigkeit auf einem schmalen steinigen Streifen landen. Ich habe mich einmal verschätzt und mir einen nassen Hintern geholt.

Eine ganz besonders schöne Aussicht gab es an der NO Spitze Fyn, Korshavn, eine schmale Landzunge mit guten Ankermöglichkeiten sogar direkt auf der Rückseite der Soaringkante. Hier hatte ich den warscheinlich ersten Flug des Tages von 7 bis 8 Uhr, bevor ich den Wind für die Rückreise nutzen wollte. Nicht oft gibt es die Gelegenheit das eigene Boot aus der Luft zu sehen.   Meine Lieblongsinsel Lyø hat eine Abbruchkante, die nicht auf Paraglidingmap verzeichnet ist. Hier bin ich vor vielen Jahren schonmal gewesen. Mir macht es Spass sowas zu erkunden, ob es geht und vielleicht als erster dort zu fliegen. Leider haben Gurtzeug und Schirm in den Dornen gelitten, der Schirm hat eh keinen check mehr. Insgesammt hatte ich tolle Erlebnisse.

Richtig planen kann man Flüge auf so einer Reise nicht. Ständig guckt man auf Windfinder um die gute Kombi zu finden. Es hat auch schon Segelreisen gegeben, in denen ich kein einziges Mal geflogen bin. Länger irgendwo bleiben kann man nicht, da die Anreise für sich schon sehr weit ist. Diese ist aber natürlich ein großer Teil des Urlaubs. Und natürlich gab es auch andere Highlights, wie das Mutihull-meeting in Assens und das Treffen mit meinem Sohn, der mit seinem Boot noch nach Kopenhagen gefahren ist.

Und der erste Urlaub mit Jozefien, die sich für alles begeistert bleibt natürlich unvergesslich.

Euer Sven

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