In (fast) ganz Deutschland schifft es und im Nordwesten ist prima Wetter angesagt. Klar mußten wir den Tag nutzen - schon aus Prinzip. Ist ja meist anders herum. 8-;

Natürlich ist es auch schon Mitte September, da kann man thermisch von unserem bekannt gut aufheizenden Kleiboden nicht mehr allzu viel erwarten. Und auch die Vorhersagen sagten zwar Thermik an, aber reichlich schwach bei mittlerem, gegen Nachmittag etwas böig auflebendem NNO Wind.

Und das Wetter hat sich auch fast an die Vorhersagen gehalten, nur die Thermik war letztendlich stärker als erwartet. Gerechnet hatten wir mit etwas Nullschiebern, aber Höhe halten gelang René schon gegen 11.30 bei relativ starker Bewölkung. Danach riß es immer mehr auf und die Thermik wurde immer besser, bis zu 3 m/s im Maximum.

Hiervon konnte ich zuerst mit einem kleineren Streckenflug nach Dünebroek, genau an der holländischen Grenze kurz vor Bellingwolde, profitieren. Und ca. 45 Minuten später hat es René dann voll getroffen. Nachdem er sich den richtigen Moment aus den (mittlerweile) Kachelbedingungen rausgesucht hatte, ging es gleich bis unter die Wolke auf über 800m hoch und von da aus über 1 Stunde lang weiter. Unter anderem direkt an der Festung Bourtange vorbei.

Erkennen kann man es zwar kaum, denn René hat nicht mal richtig hingesehen, aber die Flugaufzeichnung beweist es:

DHV-XC - aktuell ist der Flug sogar noch Tagesrekord in Deutschland. Ging wohl anderswo nicht so gut. 8-)


So richtig mit dem Streckenflug gerechnet hatte unser Immerflieger nicht, hatte er sein Handy doch prima im Auto vergessen. Dadurch wurde die Rückholung noch zu einem kleinen extra Abenteuer. Zum Glück haben unsere Funkgeräte eine gute Reichweite, zumindest in der Luft. So wußte ich, daß er gut 20 km SSW von Papenburg in der Nähe der A31 sein mußte. Nachdem Nicole und Michael hilfreich sein Auto heran gebracht hatten, habe ich mich dann auf der A31 auf die Suche gemacht - alle 5 km Funkcheck. Handy während der Fahrt ist verboten, Funkgerät zum Glück nicht...

Die Antwort kam 20 km vor Meppen und ich wurde nach ein paar kleinen Umwegen fündig in einer Gegend, wo alle Ortschaften was mit "Langen" im Namen haben. Niederlangen, Neulangen, Siedlung Niederlangen Ortsteil Neulangen war es schließlich, wo sich René ein lauschiges Plätzchen zum Landen gesucht hatte. Sonderlich viel Fantasie bei der Namensgebung haben die Einheimischen jendefalls nicht. Vielleicht wohnen dort nur Buchhalter?

Und so ging ein unerwartet ergiebiger Streckenflugtag erfolgreich zuende!

Einen Nachteil wollen wir wohl nicht verschweigen - durch den thermisch doch ziemlich deutlich böig auffrischenden Wind, war der Tag leider auch etwas selektiv. Die Windrichtung (NO bis NNO) mit 60° Seitenwind trug ihr Übriges dazu bei, so daß leider einige Kollegen nicht mehr in die Luft kamen. Das verdeutlicht wieder mal, daß ein solider Rückwärtsstart auch an der Winde hilfreich ist, denn die besten Flugbedingungen sind leider manchmal am Start etwas sportlich. Und welch besseren Anreiz zum Üben kann es geben?

Vielen Dank an Alle, die mit geholfen haben! Und bis zum nächsten guten Flugtag. Mindestens einen haben wir noch diese Saison! Da glaube ich fest dran!