Pfingsten hat das Wetter bekanntlich nicht ganz so optimal mitgespielt, somit wurde die Spreewald-Open um 2 Wochen verschoben und fand dieses Wochenende ab Freitag morgen statt. Die Spreewald-Open ist ein Einstiegswettkampf für 3er Teams, folgerichtig brachen wir pünktlich Donnerstag morgen zu Zweit auf bis kurz vor die polnische Grenze nach Cottbus.

 

Taskboard wird studiert - wo müssen wir eigentlich lang fliegen??? Neulinge mit Fragezeichen als Gesichtsausdruck...

 

Auf der Fahrt war es noch recht bewölkt inklusive vereinzeltem Nieselregen. Nicht sehr vielversprechend. Und auch gegen 2 Uhr in Cottbus sah es zuerst noch trübe aus. Aber gegen 16 Uhr setzte sich das dortige Mikroklima durch und die Sonne kam heraus. Prompt wurde die Winde ausgepackt und wir hingen uns - ohne große Erwartungen - ans Seil und wurden sogleich überrascht:

Kaum 30 Minuten Sonne auf dem Feld und schon ging es in ruhiger Thermik bis auf 850m hoch. Ein perfektes abendliches Einfliegen in einem wohl einmaligen Gelände inklusive Flugzeugmuseum! Sogar inklusive Groundhandling-Toplanding Übungshügel. Wo hat man das alles auf einem Fluggelände!

 

Das Flugplatzmuseum, daneben die Schleppstrecke und die Solaranlage auf der ehemaligen Runway

 

Nun waren wir diesmal wie gesagt nur zu Zweit angereist, also haben wir kurzerhand Wini Stehr aus dem Süden Deutschlands adoptiert in unser (jetzt) Paragliding Nord-Süd benanntes Team und schon konnte es Freitag morgen los gehen. Erst mal mit gewissen technischen Problemen bei der Task Programmierung - zwei absolute Wettkampf Neulinge und unser Immerflieger, na das konnte ja heiter werden! Dank der geduldigen Hilfe von Robert, dem Auswerter des Cottbuser Clubs, wurde schließlich alles gut.

 

Mit Wini, unserem Teammitglied, in der Thermik

 

Der erste Task war scheinbar eher einfach gesetzt: Ein Zielpunkt in rund 15 km Entfernung zum eingewöhnen und dann zurück zum Flugplatz. Bei schwachem Wind schien das einfach, war es wegen der an diesem Tag sehr unzuverlässigen Thermik außerhalb des Flugplatzes und einer leichten Seitenwindkomponente allerdings nicht. Nur ein Teilnehmer konnte den Wendepunkt so gerade eben holen, somit ein Durchgang mit sehr wenig Punkten, der für uns Neulinge zum Eingewöhnen allerdings gut taugte: Man konnte nicht so viele Punkte verlieren...

 

 Mit Marcel beim Kurbeln: Immer auf der Suche nach dem Steigkern! Blindes Huhn Marcel findet auch mal die Thermik...

 

Der zweite Task am Folgetag war schon komplexer: Drei mal Zick-zack hin und her zwischen Flugplatz, nördlichem und südlichem Wendepunkt. Die Thermik entwickelte sich deutlich besser, allerdings fiel der Einstieg nur René leicht. Unten raus recht schwierige und erst unter der Wolke super entspannte Thermik erforderten einige Wiederstarts unseres am Boden verbliebenem "Restteams". Der Kampf hat sich jedoch gelohnt, wir konnten alle einen super Flug machen. Immerflieger hat den Task quasi zwei mal abgeflogen und wir kamen auf einige Wettkampfpunkte und waren plötzlich - wie konnte das nur passieren!?! - das führende Team in der Wertung! Oh Schreck, vom Neuling zum Favoriten. Was ist denn da schief gelaufen?

 

Blick nach oben: Wie hole ich die da oben wieder schnell ein?

 

Der letzte Task am Sonntag fand schließlich bei wettermäßig sehr unübersichtlichen und etwas erschwerten Bedingungen statt: Die Rauchfahnen des nahen Kraftwerkes zogen stramm horizontal und es war schon morgens böiger Wind. Mit knappem Voting entschieden sich die Teilnehmer für einen kurzen mit-dem-Wind-Einweg Durchgang über rund 30 km. Und wir wollten unsere Führung natürlich gerne verteidigen!

Während der Rest Deutschlands im Gewitterchaos versunken ist, hat das Wetter im Wundermikroklima Cottbuser Thermikofen dennoch gehalten und es wurde wieder ein sehr schöner Durchgang. Absolut super Wolkenstraßen, nur mit dem Einstieg haderte ich (Marcel) mal wieder. 10 Wiederstarts in 3 Tasks könnte Negativrekord gewesen sein. Aber was solls, besser spät als nie konnte schließlich auch ich als Dritter unseres Teams die Aufholjagd starten - rund eine halbe Stunde vor dem Ablauf des Startfensters um 15 Uhr.

 

 Es hat eine Weile gedauert, bis der Geier mitbekommen hat, dass an ungeraden Tagen linksrum gekreist wird ;-)

 

Kaum gelandet - leider ein paar km vor dem Ziel - kam René, der längst zurück war, auch schon angebraust und es ging zurück zur Abgabe des Tracks und dann durch den Regen mehr oder minder schnell weiter nach Hause. Etwas nach Mitternacht sind wir in die Federn gefallen und heute haben wir erfahren, daß wir den 2. Platz in der Teamgesamtwertung belegt haben! Kaum zu glauben!

 

Abschließend blicken wir auf einen sehr lehrreichen Wettkampf in super Atmosphäre zurück. Wir sind jeden Tag schön geflogen, auch wenn das gewittrige und unsichere Wetter es uns Allen nicht leicht gemacht hat. Vielen Dank den Ausrichtern vom Cottbuser Gleitschirmclub und hoffentlich bis zum nächsten Jahr. Dann vielleicht mit komplettem 3er-Team?